Microneedling gegen Augenringe: Ist es gefährlich?

Microneedling gegen Augenringe: Ist es gefährlich?

Redaktion, 28. FEBRUAR 2022

Microneedling gegen Augenringe

Microneedling gegen Augenringe soll sehr wirksam sein. Doch welche Risiken birgt es?

Wer nicht nur gelegentlich sondern fast immer mit dunklen Schatten unter den Augen zu kämpfen hat und sich Gedanken darüber macht, wie man sie loswerden kann, wird früher oder später auch auf das Microneedling stoßen. Die Anti-Aging-Methode, bei der die Haut über feine Nadelstiche behandelt wird, soll nicht nur bei Narben, Cellulites, Falten oder Pigmentstörungen wirksam sein. Auch Augenringe oder Tränensäcke sollen sich mit der Microneedling-Behandlung entfernen lassen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über das Verfahren und mögliche Nebenwirkungen!

Was ist Microneedling?

Das Microneedling-Verfahren wurde in den 1990er Jahren ursprünglich entwickelt, um Narbengewebe medizinisch zu behandeln. Etwa zehn Jahre später entstand daraus der erste sogenannte Dermaroller, der noch heute für das Micro-Needling genutzt wird. Man bezeichnet die Microneedling-Behandlung in der Dermatologie auch als Kollageninduktionstherapie.

Der Dermaroller besteht aus einer Walze, die für gewöhnlich mit 192 feinsten Nadeln bestückt ist, die in 8 Reihen angeordnet sind, und einem Griff. Die Nadellänge ist individuell unterschiedlich und richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzgebiet: Während für das kosmetische Micro-Needling nur Nadeln mit einer Länge von bis zu 0,5 Millimetern genutzt werden dürfen, werden für die medizinische Therapie in einer Praxis oder Klinik auch längere Nadeln verwendet.

Durch das Microneedling sollen verschiedene Prozesse in der Haut angeregt werden. Die Hautoberfläche wird durch die feinsten Nadeln minimal verletzt, wodurch die Selbstheilungskräfte stimuliert werden. Durch die angeregte Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure werden Alterungsanzeichen verringert und bestehende Hautschäden können sich verbessern. Durch die Microneedling-Behandlung wird zusätzlich die Aufnahmefähigkeit der Haut verbessert. Nach der Behandlung aufgetragene Wirkstoffe können die tiefgreifende Hauterneuerung zusätzlich unterstützen und das optische Erscheinungsbild deutlich verbessern und verjüngen.

Unser Tipp bei Augenringen

Unser Tipp bei Augenringen 

Wann eignet sich Microneedling?

Entwickelt wurde das Verfahren für die Behandlung von Narbengewebe (z.B. Brandnarben, Operationsnarben) und später insbesondere Akne-Narben.

Zusätzlich eignet sich das Microneedling aber auch, um sichtbare Alterungsprozesse der Haut zu verringern. Dazu zählen beispielsweise:

  • Dehnungsstreifen / Cellulites
  • Falten
  • Pigmentstörungen, Verfärbungen der Haut
  • vergrößerte Poren
  • Haarausfall; Probleme der Kopfhaut

Mittlerweile wird das Micro-Needling auch immer öfter in der Augenpartie angewendet, um Spuren des Älterwerdens zu verringern. Sowohl dunkle Augenschatten, als auch Tränensäcke und Krähenfüße sollen sich durch die Behandlungen mit dem Dermaroller verringern lassen. Die Anwendung unter den Augen sollte jedoch mit großer Vorsicht erfolgen und am besten einer ausgebildeten Person überlassen werden. Auch die Länge der Nadeln sollte unbedingt entsprechend angepasst werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Wie wirkt Microneedling?

Für die Behandlung wird in den meisten Fällen der klassische Dermaroller genutzt. Doch auch ein elektrischer Dermapen findet immer häufiger Verwendung. Beide Geräte funktionieren nach dem gleichen Prinzip - sie regen die Hauterneuerung und die Bildung von wichtigen Bausteinen im Bindegewebe an. Während der Dermapen mechanisch angewendet wird und auch für den Gebrauch zuhause erhältlich ist, sollte ein elektrischer Dermapen nur von einem Profi verwendet werden.


Der Haut wird durch die Mikronadeln kleine Verletzungen zugeführt. Das reizt die Hautzellen und regt sie an, sich zu reparieren und zu erneuern. So wird eine verbesserte Hautregeneration und -erneuerung erzielt. Gleichzeitig wird durch die Behandlung auch die Durchblutung angeregt. Kollagen, Elastin und Hyaluron werden durch das Microneedling verstärkt ausgeschüttet.


Insgesamt sorgt das für eine glatte Haut, die praller und elastischer ist. Die Poren verfeinern sich und das Hautbild wirkt ebenmäßiger. Narbengewebe und Fältchen werden an der Oberfläche durch die Hyaluronsäure und das Kollagen aufgepolstert und sind dadurch weniger ausgeprägt.


Die Nadeln durchdringen die oberste Hautschicht und gelangen so an das tiefer liegende Bindegewebe. Werden nun weitere, abgestimmte Wirkstoffe (z.B. in Form von Seren) auf die Haut aufgetragen, gelangen diese durch die geschaffenen Kanäle direkt in die tieferliegenden Bereiche und können dort ihre volle Wirksamkeit entfalten.

Ein gutes Ergebnis ist für gewöhnlich erst nach mehreren Sitzungen sichtbar. Je stärker die Haut in der jeweiligen Region geschädigt ist, desto länger dauert es auch, bis das Microneedling seine Wirkung sichtbar entfaltet. Meist sind 5-10 Sitzungen nötig.

Wie wirkt Microneedling gegen Augenringe?

Die Augenpartie ist besonders zart, da sie kaum Unterhautfettgewebe hat. Auch das Bindegewebe ist sehr fein, weshalb sich die Hautalterung in Form von Falten, Augenringen und geschwollenen Tränensäcken hier schnell bemerkbar macht.


Ursächlich für die Augenringe sind hauptsächlich die durchscheinenden Blutgefäße. Verschiedene Faktoren wie z.B. Schlafmangel oder ein häufiger Nikotin- und Alkoholkonsum verschlechtern die Durchblutung der Haut. Sauerstoffarmes Blut ist dunkler und fließt langsamer, weshalb es stärker durch die zarte Haut durchscheint. Bei Frauen steckt häufig auch ein Eisenmangel dahinter. Auch die Veranlagung und weitere Umwelteinflüsse spielen eine Rolle.

Mit zunehmendem Alter verstärken sich die Augenringe, da die Haut erschlafft und sich das Fettgewebe weiter reduziert. Der Effekt der dunklen Schatten wird durch das Einfallen der Tränenrinne zusätzlich optisch begünstigt.

Das Microneedling gegen Augenringe wirkt gleich in mehrfacher Hinsicht. Erstens sorgt die verstärkte Bildung von Kollagen und Elastin dafür, dass sich das Bindegewebe festigt und altersbedingte Augenringe reduziert werden. In manchen Fällen steckt auch eine Hyperpigmentierung hinter bräunlichen Augenringen. Das Microneedling kann hier zweitens für eine gleichmäßige Pigmentierung sorgen. Nicht zuletzt wird durch das Needling die Durchblutung und zeitgleich auch die Versorgung mit Nährstoffen in den Hautzellen der Augenpartie verbessert. So werden Augenringe ebenfalls reduziert.
Zusammenfassend hat das Microneedling unter den Augen folgende Wirkungen:

  • angeregter Lymphfluss, Vorbeugung von Wassereinlagerungen (Reduktion von Tränensäcken)
  • angeregte Hauterneuerung
  • Reduktion von Pigmentstörungen (z.B. Hyperpigmentierung)
  • weniger Augenfalten
  • verbesserte Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen

Bei anhaltenden Augenringen sind normalerweise etwa 3 Sitzungen notwendig, ähnliches gilt für die Behandlung von Tränensäcken und feinen Fältchen um die Augen herum.

Wie läuft das Micro-Needling ab?

Vor der Gesichtsbehandlung mit dem Roller wird die Gesichtshaut sorgfältig gereinigt und in der Regel mit einer leichten Betäubung versehen, um stärkere Schmerzen zu verhindern. Dadurch spürt der Patient oder die Patientin nur ein leichtes Kribbeln oder ein ertragbares Stechen / Brennen. Die Schmerzen sind vor allem auch von der verwendeten Nadellänge ab. Längere Nadeln dringen tiefer in die Haut ein und verursachen dadurch auch tiefere Verletzungen.


Die Länge der Sitzung ist von Bereich zu Bereich unterschiedlich, üblicherweise sind es etwa 30 Minuten. Unter den Augen ist es wichtig, eine schmale Walze mit kurzen Nadeln einzusetzen. Andernfalls kann es zu ungewollten Nebenwirkungen wie beispielsweise deutlichen Schwellungen kommen. Nach dem Eingriff wird das Gesicht erneut gereinigt und eine feuchtigkeitsspendende und pflegende Maske aufgelegt. Auch Cremes und Seren werden im Anschluss verwendet, da die Haut besonders aufnahmefähig für die Wirkstoffe ist. Anti-Aging-Produkte wie z.B. die Biovolen Aktiv Jasminsalbe sind bei Augenringen besonders geeignet. Das Jasmin-Extrakt fördert die Wirkung des Microneedlings gegen die Augenringe, während die restlichen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe die empfindsame Augenpartie reizarm pflegen.


Direkt nach dem Microneedling ist die Haut üblicherweise stark gereizt und gerötet. Der sichtbare Stress ist eine normale Reaktion des Körpers auf die Behandlung mit der Rolle und nicht gefährlich. Nichtsdestotrotz sollte man in den Tagen nach der Microneedling-Behandlung auf reizende Produkte unbedingt verzichten, um die Haut nicht noch mehr zu belasten.

Wie oft sollte man das Microneedling unter den Augen anwenden?

Wer dunkle Augenringe und Tränensäcke dauerhaft loswerden möchte sollte regelmäßig zum Microneedling gehen. So verbessern sich die Durchblutung und der Lymphfluss dauerhaft, wodurch Sauer- und Nährstoffe die Augenpartie besser erreichen. Augenringe und Schwellungen können dadurch gut vorgebeugt werden.

Zwischen den einzelnen Sitzungen sollte man der Haut aber genügend Zeit geben, sich zu regenerieren. Hier spielt auch die individuelle Regenerationsfähigkeit der Haut eine Rolle. Manchmal reagiert die Haut mit starkem Stress, dann dauert die Heilung und Zellerneuerung länger. Alles in allem sollte man im Monat nicht mehr als zwei Behandlungen durchführen lassen.

Hat Microneedling gefährliche Nebenwirkungen?

Da die Augenpartie besonders empfindlich ist, sollte das Micro-Needling nur von einem Profi (Arzt bzw. Ärztin oder in einem Kosmetikstudio) durchgeführt werden sollte. Wird das Gerät unsachgemäß verwendet, kann es schnell zu Schäden kommen.

Nebenwirkungen wie Rötungen, leichte Schwellungen oder Schuppen sind normal und können mehrere Tage lang anhalten. Für eine schnelle Besserung sollte beim Microneedling gegen Augenringe oder Tränensäcke im Anschluss auf besonders reizarme Reinigungs- und Pflegeprodukte geachtet werden, da die Wirkstoffe direkt in die Haut gelangen und unter den Augen Reizungen oder Allergien auslösen können.


QUELLEN

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