Geschwollene Tränensäcke: Was sind die Ursachen?

Plötzlich geschwollene Tränensäcke: Das sind die Ursachen

Redaktion, 16. Dezember 2021

Geschwollene Tränensäcke Ursachen

Tränensäcke sind für viele ein großer optischer Makel. Doch was sind die Ursachen?

Abgesehen von Augenringen und Augenfalten plagt viele Menschen noch ein weiteres Problem: Geschwollene Tränensäcke. Tränensäcke sind auch unter der englischen Bezeichnung Puffy Eyes bekannt und machen ihrem Namen alle Ehre. Sie erwecken den Eindruck, als hätte man die Nacht zuvor in Tränen aufgelöst verbracht. Tränensäcke lassen das Gesicht müde und alt aussehen und manchmal tauchen sie ohne erkennbaren Grund auf. Wieso geschwollene Tränensäcke entstehen und wie man sie schnell loswerden kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was sind geschwollene Tränensäcke?

Bei Tränensäcken handelt es sich um ein kosmetisches Problem in der Augenpartie. Dieses entsteht - entgegen der Bezeichnung - nicht durch Tränen, sondern durch eine Erschlaffung der dünnen Haut um die Augen.
 
Tränensäcke befinden sich unterhalb des Auges und können wie eine Schwellung aussehen. Dabei sollten Tränensäcke nicht mit Augenringen verwechselt werden. Bei Augenringen tritt eine sichtbare Verfärbung des Unterlids auf z.B. aufgrund einer Hyperpigmentierung bzw. in Folge von Alterungsprozessen der Haut. Tränensäcke hingegen entstehen durch überschüssige Haut, die sackartig am Unterlid herabhängt.

Unser Tipp bei müden Augen

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Was sind die Ursachen für geschwollene Tränensäcke?

Die Hauptursache für die Entstehung von Tränensäcke ist die natürliche Hautalterung. Schon ab einem Alter von ca. 25 Jahren wird die Neubildung von Kollagen und Elastin umgekehrt und die Fasern werden allmählich abgebaut. Dadurch entfallen die stützenden Strukturen im Bindegewebe und die Haut wird schlaff und sinkt stellenweise ein. Das passiert insbesondere in Hautbereichen, die besonders stark beansprucht werden. Aus diesem Grund bilden sich nicht nur Falten, sondern auch Tränensäcke unterhalb der Augen. In besonders starken Fällen zieht das Gewicht der erschlafften Haut das Unterlid so sehr runter, dass das Innere vom Augenlid sichtbar wird.

Eine weitere Ursache für angeschwollene Tränensäcke ist angestaute Lymphflüssigkeit. Vor allem morgens beobachten viele eine Schwellung unterhalb der Augen, die im Laufe des Tages nachlässt. Ist der Lymphfluss gestört, sammelt sich die Gewebsflüssigkeit aufgrund von hydrostatischem Druck unter dem Auge an. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn das Bindegewebe geschwächt ist. Nach dem Aufstehen, wenn der Oberkörper wieder in eine aufrechte Position gebracht wird und nicht unterhalb der Körpermitte liegt, fließt die Lymphe ab und die Schwellung lässt meist nach.

Folgende Faktoren können außerdem geschwollene Augen auslösen:

  • erbliche Veranlagung
  • UV-Strahlung (schwächt das Bindegewebe)
  • Schlafmangel
  • anhaltender Stress
  • Alkohol- und Nikotinkonsum
  • Erschlaffung der Muskulatur
  • Allergien
  • Erkrankungen von Leber oder Niere
  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen

Welche Augenprobleme treten bei angeschwollenen Tränensäcken noch auf?

Je nach Ursache für die Schwellung der Augenlider können damit noch weitere Beschwerden bzw. Symptome einhergehen.

Liegt den Tränensäcken eine Allergie oder Bindehautentzündung zugrunde, zeigt sich das Auge oft gerötet. Auch Symptome wie Juckreiz, Tränen und Schmerzen können bei einer Entzündung im Auge auftreten.

Ist die Ursache für die Tränensäcke gestaute Lymphe, kann zusätzlich zu den geschwollenen Augenlidern auch ein Druckgefühl in der Augenpartie sowie in der Nase bzw. Nasenwurzel auftreten. Die Lider fühlen sich schwer an und der gesamte Bereich um die Augen wirkt aufgequollen.

Bei Schlafmangel, zu wenig Flüssigkeit und Stress können neben Tränensäcken auch ausgeprägte Augenringe erscheinen. Meist sehen diese gräulich bis blau-lila aus und erwecken einen kränklichen Eindruck. Ähnlich ist es auch bei Organerkrankungen.

Sind geschwollene Tränensäcke unterm Auge gefährlich?

Wird man beim morgendlichen Blick in den Spiegel plötzlich mit Schwellungen unter den Augen konfrontiert, kann das im ersten Augenblick besorgniserregend aussehen. Grundsätzlich sind Tränensäcke aber kein Grund zur Sorge.

Die Haut in der Augenpartie ist extrem dünn. Ihre Dicke beträgt hier nur 0,5 mm und dadurch ist sie besonders anfällig für innere und äußere Einflussfaktoren. Veränderungen der Lebensgewohnheiten oder ein Ungleichgewicht im Inneren des Körpers machen sich an dieser Stelle schnell in Form von Tränensäcken oder Augenschatten bemerkbar.

In vielen Fällen ist die angeschwollene Augenpartie nur vorübergehend und klingt wieder ab. Meist können die Tränensäcke auch direkt auf eine Ursache zurückgeführt werden wie z.B. übermäßiger Alkoholkonsum, Schlafmangel oder Stress.
Tränensäcke können jedoch auch permanent sein. Wenn sich die Haut im Alterungsprozess befindet und ihre Spannkraft und Elastizität nachlässt, hinterlässt das dauerhaften Schaden. Ist das Gewebe einmal erschlafft, kann es nur durch ästhetische Eingriffe wieder rückgängig gemacht werden. Aber auch permanente Tränensäcke aufgrund von der natürlichen Hautalterung sind nicht gefährlich.

Treten Schwellungen an den Augen gemeinsam mit anderen körperlichen Beschwerden auf, ist ein Gang zum Augenarzt bzw. zu einem Experten angebracht. Geschwollene Tränensäcke können vereinzelt auch als Symptom von Krankheiten auftreten.

Was tun gegen geschwollene Tränensäcke?

Tränensäcke sind für Betroffene ein lästiges Problem. Die Schwellung bzw. überschüssige Haut lässt sich meist eher schlecht wegschminken und sorgt für einen müden und ungesunden Gesichtsausdruck. Um den geschwollenen Augen Herr zu werden und ihrer Entstehung das nächste Mal vorzubeugen, gibt es ein paar einfache Tipps.

  • Hausmittel: Sind die Augenlider morgens nach dem Aufstehen geschwollen, greifen viele zuerst in Omas Trickkiste und behelfen sich mit Hausmitteln. Um die Schwellung zu reduzieren, ist Kühlen eine gute Lösung. Ob mit kalten Löffeln oder Kühlpacks - die Kälte mindert geschwollene Tränensäcke und lässt die Augenpartie wacher aussehen. Auch Hausmittel wie in Kaffee oder Schwarztee getränkte Wattepads sollen Abhilfe schaffen.

  • Massagen: Nach einer schlaflosen Nacht kann die gestaute Lymphe in der Augenpartie durch sanfte Massagen entfernt werden. Dafür eignen sich Gesichtsmassage-Tools wie Edelsteinroller oder Gua Sha Steine. Massagen regen die Zirkulation an und beschleunigen den Abtransport der Gewebsflüssigkeit. Für einen zusätzlichen abschwellenden Effekt können die Werkzeuge die Nacht zuvor in den Kühlschrank gelegt werden.

  • Augentropfen: Für die Behandlung und Vorbeugung von Tränensäcken können auch befeuchtende Augentropfen verwendet werden. Insbesondere Kontaktlinsenträger neigen zu trockenen Augen, die die Symptomatik von Tränensäcken verstärken können. Aber auch die trockene Heizungsluft im Winter reicht schon aus, um die Augen zu reizen und das Risiko für Tränensäcke zu vergrößern.

  • Augencremes: Augencremes bzw. Augensalben wie die Aktiv Jasminsalbe eignen sich vor allem zur Vorbeugung von altersbedingten Tränensäcken. Die enthaltenen Wirkstoffe versorgen die dünne Haut mit Feuchtigkeit und können die Kollagenproduktion anregen. Damit kann die Erschlaffung der Haut hinausgezögert werden.

  • Gesunder Lebensstil: Um Tränensäcke vorzubeugen spielt auch der Lebensstil eine wichtige Rolle. Ausreichend Schlaf und Flüssigkeit, eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, Sonnenschutz und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin übt einen großen Einfluss auf den Zustand der Haut aus. Damit lässt sich die Hautalterung entschleunigen, was Tränensäcke verhindert.

  • Tränensäcke entfernen durch OP oder Laser: Der letzte Ausweg, um geschwollene Tränensäcke zu entfernen, ist ein ästhetischer Eingriff. Dabei wird die überschüssige Haut sowie erschlafftes Fett- und Muskelgewebe in einer OP entfernt und die Augenpartie gestrafft. Der Eingriff geschieht unter Narkose und hinterlässt kleine Narben, die in der Regel gut abheilen. Auch Behandlungen mit Lasern sind möglich, um die Kollagenbildung in der Haut anzuregen.


QUELLEN

  • Y. Nakazawa,X. Ma, L. Li, N. Tsukakoshi, M. Ootsubo, S. Amano, Y. Masuda, Y. Nakayama: Characterization of eye bags in chinese women. 2009.
  • Claudia Stoff-Attrasch, Alexander Stoff: Ober- und Unterlidblepharoplastik. 2014.