Eigenbluttherapie gegen Augenringe: Lohnt sie sich?

Eigenbluttherapie gegen Augenringe: Lohnt sie sich?

Redaktion, 30. MÄRZ 2022

Eigenbluttherapie gegen Augenringe

Ist die Eigenbluttherapie gegen Augenringe eine wirksame Alternative?


Wer fast dauerhaft unter dunklen Augenringen leidet, lässt meist keinen Versuch aus, sie zu entfernen. Wird mit Hausmitteln oder der Biovolen Aktiv Jasminsalbe keinen zufriedenstellenden Erfolg erzielt, müssen es drastischere Maßnahmen sein. Aus Angst vor den chemischen Stoffen wie Botox oder operativen Eingriffen entscheiden sich immer mehr Menschen für die Eigenbluttherapie. Das Verfahren soll äußerst schonend sein und kann dabei nicht nur Augenringe, sondern auch andere Hautalterungsanzeichen wie Falten oder Cellulite effektiv beseitigen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Eigenbluttherapie gegen Augenringe, ihre Nebenwirkungen und damit verbundene Kosten!

FORSCHUNG

Augenringe wegbekommen: Dieses Hausmittel hilft

Dauerhafte Augenringe sind für die betroffenen Männer und Frauen oft eine große Belastung. Sie lassen uns müde, krank und auch älter aussehen. Sie wieder loszuwerden, ist manchmal gar nicht so einfach. Doch besonders ein Hausmittel verspricht Erfolg gegen die dunklen Schatten unter den Augen.

Was ist eine Eigenbluttherapie?

Die Eigenbluttherapie oder Eigenblutbehandlung ist ursprünglich ein Therapie-Verfahren aus der Alternativmedizin. Sie zählt zur sogenannten Umstimmungs- bzw. Reiztherapie. Dem/r Patient*in wird eine bestimmte Menge an eigenem Blut entnommen und nach möglicher Aufbereitung (z.B. mit Ozon) erneut injiziert.
Ziel der Behandlung ist es, bestehende Beschwerden durch eigenes Blut zu heilen und die Immunabwehr des Körpers zu stärken. Im Grunde werden die Selbstheilungskräfte des Körpers und die Fähigkeit zur Regeneration angeregt.

Die Eigenblutbehandlung ist in erster Linie ein alternatives Behandlungsverfahren, um eine Operation oder die Gabe von chemischen Wirkstoffen zu vermeiden. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkungsweise der Eigenbluttherapie nicht. Oft zeigen nur klein angelegte Studien positive Effekte der Therapie, weshalb das klassische Verfahren bei körperlichen Beschwerden sehr umstritten ist.

Das Verfahren der Eigenbluttherapie wird auch in der Dermatologie und ästhetischen Medizin immer relevanter. Ziel ist es hier, durch die Behandlung mit Eigenblut, die Regeneration und der Haut anzuregen. Durch die Geweberegeneration soll eine ganzheitliche Verjüngung erzielt werden.

Was ist PRP?

Ein Begriff, der immer im Rahmen der Eigenbluttherapie fällt ist PRP. Die Abkürzung steht für plättchenreiches Plasma. Teilweise bezeichnet man es auch als thrombozytenreiches Plasma.
Das menschliche Blut besteht aus vielen unterschiedlichen Zellen. Bei PRP handelt es sich um konzentriertes Blutplasma, das neben der hohen Menge an Thrombozyten auch die wichtigen Wachstumsfaktoren, Zytokine, Proteine und weiße Blutkörperchen enthält.
Das PRP ist der wichtigste Bestandteil der Eigenbluttherapie - dem Patient oder der Patientin wird eine kleine Menge Blut entnommen, welches mithilfe einer Zentrifuge in seine einzelnen Bestandteile getrennt wird. Das so abgetrennte plättchenreiche Plasma wird dem Patienten durch eine Injektion wieder zugeführt. Im Falle der ästhetischen Anwendung wird es direkt in die Haut gespritzt, um dort eine gezielte Verbesserung zu erzielen.

Welche Anwendungsgebiete hat die Eigenbluttherapie?

In der Alternativmedizin wird die Therapie mit Eigenblut bei zahlreichen, vorwiegend entzündlichen Beschwerden, angewendet. Zu den möglichen medizinischen Anwendungen zählen:

  • Chronische Entzündungen (z.B. Arthrose)
  • orthopädische Beschwerden (z.B. Muskel- und Sehnenverletzungen) mit Schmerzen
  • Sportverletzungen (z.B. schlecht heilende Wunden, Frakturen)
  • Krebserkrankungen
  • Atopische Dermatitis, Allergien
  • Durchblutungsstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Asthma, Rheuma

In der ästhetischen Medizin wird die Eigenbluttherapie insbesondere zur Geweberegeneration und zur Verjüngung bzw. Verbesserung der Hautqualität eingesetzt. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen:

  • Verbesserung des Hautbildes, Hautstraffung, Faltenglättung
  • frischer, rosiger Teint
  • verbesserte Hautschutzbarriere; erhöhte Widerstandsfähigkeit der Haut gegen äußere Einflüsse
  • Haarwachstum bzw. Behandlung von Haarausfall
  • Verringerung von Narben (z.B. Aknenarben), Cellulites und Dehnungsstreifen
  • Tränensäcke und Augenringe werden reduziert

Unser Tipp bei Augenringen

Unser Tipp bei Augenringen

Wie wirkt die Eigenbluttherapie gegen Augenringe?

Augenringe entstehen häufig im Alter, wenn die ohnehin schon dünne Haut im Augenbereich noch dünner wird und zusätzlich durch den Mangel an Kollagen erschlafft. Auch die Fähigkeit zur Regeneration lässt immer stärker nach. Die unter der Haut liegenden Blutgefäße schimmern dadurch deutlich sichtbar durch: Es entstehen blau-gräuliche Augenringe, die bei schlechter Durchblutung noch stärker sichtbar sind. Aufgrund des Volumendefizites wirkt der Bereich außerdem oft eingefallen, wodurch die dunklen Ränder unter den Augen optisch hervorgehoben werden.

Zur Behandlung dunkler Augenringe gibt es viele unterschiedliche Verfahren. In der Augenregion ist die Anwendung herkömmlicher Methoden jedoch teilweise besonders schwierig. Beispielsweise kann die Behandlung mit Hyaluronsäure dazu führen, dass ausgeprägte Tränensäcke entstehen, da das Hyaluron mit den Glykosaminoglykanen reagiert und Flüssigkeit anzieht. Demgegenüber kann das Unterspritzen mit Botox ein Ektropium verursachen, bei dem sich das Augenlid nach außen wendet. Eine Augenlidstraffung ist zwar auch bei Augenringen effektiv, jedoch mit einigen Operationsrisiken verbunden, die oft abschreckend wirken.

Die Eigenbluttherapie birgt hingegen nur ein sehr geringes Risiko und kann eine erhebliche Verbesserung der Augenringe bewirken.

Die vielen Wachstumsfaktoren des plättchenreichen Plasmas stimulieren die Mikrozirkulation des Blutes im Augenbereich und regen die Blutgefäßbildung an. Durch die angeregte Durchblutung nimmt der Sauerstoffgehalt zu. Das Blut wird heller und scheint dadurch weniger stark durch die dünne Haut durch.

Zusätzlich regt die Behandlung mit Eigenblut die Kollagenbildung des Körpers an, wodurch sich die Elastizität und Spannkraft der Haut verbessert. Nicht nur Augenringe, sondern auch Tränensäcke lassen sich so optisch korrigieren.

Wann eignet sich die Eigenbluttherapie?

Wie bereits erwähnt gibt es vielfältige Behandlungsmöglichkeiten von dunklen Augenringen. Die Eigenbluttherapie hat den Vorteil, dass man mithilfe von körpereigenen Stoffen das nur schwer zu behandelnde Areal langfristig, effektiv und schmerzarm behandeln kann. Daher eignet sie sich auch gut für Personen, die aufgrund von Bedenken bezüglich möglicher Risiken nicht zu anderen Verfahren greifen möchten.

Grundsätzlich ist die Therapie am besten geeignet, wenn die altersbedingten Veränderungen der Haut noch nicht zu stark fortgeschritten sind. Sie eignet sich aber für jeden Hauttyp und jedes Alter. Augenringe lassen sich durch das vergleichsweise oberflächliche Verfahren für gewöhnlich gut korrigieren. Das Hautbild verbessert sich auf natürlichem Wege. Wer sich hingegen einen deutlich stärkeren Effekt wünscht, ist mit anderen Methoden besser beraten.

Nicht angewendet wird das Verfahren bei Patienten mit bakteriellen Infekten und Autoimmunerkrankungen. Auch bei Personen mit Störungen der Blutgerinnung sowie akuten oder infizierten Hautkrankheiten wird die Eigenblutbehandlung nicht durchgeführt. Auch eine Schwangerschaft und Tuberkulose stellen eine Kontraindikation dar. Sieben bis zehn Tage vor der Behandlung dürfen außerdem keine Schmerz- und Rheumamedikamente wie ASS oder NSAR eingenommen werden.

Wie läuft eine Eigenbluttherapie ab?

Wie bei allen Eingriffen erfolgt vor der Eigenblutbehandlung eine ausführliche Beratung. Der Ablauf der Behandlung wird dabei ebenso thematisiert wie mögliche Risiken und Fragen seitens des Patienten. Außerdem wird sichergestellt, dass die Erwartungen bezüglich des Ergebnisses im Rahmen der Umsetzbarkeit liegen. Eine Behandlung dauert je nach Umfang etwa 40 bis 60 Minuten und wird ambulant in einer Praxis durchgeführt.

Im ersten Schritt wird dem Patienten eine kleine Menge Eigenblut aus einer Vene entnommen. Dieses Blut wird dann mithilfe einer Zentrifuge in seine einzelnen Bestandteile getrennt. Benötigtes, plättchenreiches Plasma (PRP) wird auf diese Weise herausgefiltert.

Das gewonnene Plasma mit den Thrombozyten wird nun mit einer feinen Nadeln in vielen kleinen Dosen in den zu behandelnden Bereich injiziert. Bei sehr schmerzempfindlichen Personen kann der Hautbereich auch vorher mit einer Creme betäubt werden.

Direkt nach der Behandlung kann man die Praxis verlassen und ist direkt wieder gesellschaftsfähig. Auf Sport und Gesichtsmasken sollte man etwa 3 Tage nach der Eigenbluttherapie verzichten. Zusätzlich sollten die Sauna und Gesichtspeelings für rund 7 Tage gemieden werden. Die Haut sollte in den ersten zwei Wochen nach der Behandlung zwingend vor der Sonne geschützt werden, auch ein Solariumbesuch ist nicht ratsam.

Ist die Eigenbluttherapie schmerzhaft?

Die Eigenblutbehandlung ist fast schmerzfrei. Jeder, der schon mal beim Blutabnehmen oder der Blutspende war, weiß wie der Vorgang sich anfühlt. Normalerweise spürt man nur einen kurzen Pieks. Auch das Injizieren ist nicht sehr schmerzhaft. Im Bereich der Augen sind viele jedoch etwas empfindlicher, weshalb die Stelle nach Wunsch auch leicht betäubt werden kann.

Wie viele Sitzungen sind nötig, um die Augenringe zu entfernen?

Wie auch bei anderen Verfahren erreicht man nur in den wenigsten Fällen nach einer Sitzung bereits ein zufriedenstellendes Ergebnis. Für gewöhnlich wird die Behandlung im Abstand von vier Wochen etwa zwei- bis dreimal wiederholt. Direkt nach der Sitzung sind kleine Veränderungen bereits sichtbar. Bis sich die volle Wirkung entfaltet, können mehrere Wochen vergehen. Das liegt vor allem daran, dass der Wirkmechanismus auf der körpereigenen Regeneration basiert. Diese tritt für gewöhnlich langsam ein.

Wie lange hält die Wirkung der Eigenbluttherapie an?

Der Effekt der Behandlung hält etwa ein bis zwei Jahre an. Sowohl die benötigte Anzahl an Sitzungen, als auch die Haltbarkeit der Wirkung hängt aber von der individuellen Hautstruktur und dem Stadium der Hautalterung ab.

Welche Nebenwirkungen hat die Eigenbluttherapie?

Die Eigenbluttherapie ist ein sicheres und risikoarmes Verfahren. Gesundheitliche Gefahren sind nicht bekannt. Dadurch, dass bei der Behandlung das körpereigene Blutplasma genutzt wird, ist die Behandlung in der Regel sehr gut verträglich - besonders im Vergleich zu den körperfremden Stoffen wie Hyaluronsäure und Botox, bei denen es immer wieder zu individuellen Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen kommen kann.

Es ist normal, dass die Einstichstellen direkt nach der Behandlung sichtbar sind und kleine Blutergüsse auftreten. Diese verschwinden recht schnell wieder, können aber im Augenbereich auch etwas länger bestehen bleiben. Leichte, vorübergehende Schwellungen sind sehr selten.

Rein theoretisch kann es trotz der sterilen Nadeln auch zu Infektionen kommen, diese sind jedoch äußerst selten.

Kommt es bei der Eigenbluttherapie zu einer Erstverschlimmerung?

Nach der ersten Behandlung kommt es in manchen Fällen zu einer sogenannten Erstverschlimmerung. Der Körper reagiert auf den Reiz durch das Eigenblut. Solch eine Reaktion zeigt sich oft in Form von Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein, Abgeschlagenheit und einer leichten lokalen Irritation der Injektionsstellen..

Grundsätzlich ist diese Reaktion auf das Blut ein gutes Zeichen, da man davon ausgeht, dass der Körper auf die Behandlung anspricht.

Wer darf eine Eigenbluttherapie durchführen?

Besonders bei Orthopäden und Sportmedizinern ist die Eigenblutbehandlung zur Therapie von Beschwerden eine beliebte Alternative. Demnach dürfen Ärzte die Behandlung mit Eigenblut einsetzen. Als alternativmedizinisches Verfahren ist die Eigenbluttherapie auch bei Heilpraktikern weit verbreitet. Hier gelten jedoch gesetzliche Beschränkungen: Heilpraktiker*innen dürfen lediglich die homöopathische Verfahrenstechnik einsetzen. Es ist ihnen nicht erlaubt, das Blut mit Ozon oder Sauerstoff anzureichern.

Zur ästhetischen Verbesserung der Haut wird die Eigenbluttherapie vor allem in Praxen für Ästhetische Medizin und Plastische Chirurgie eingesetzt.

Wie hoch sind die Kosten der Eigenbluttherapie?

Die Behandlungskosten sind von Praxis zu Praxis unterschiedlich. Je nach Umfang, also Anzahl der benötigten Sitzungen und der Größe der zu behandelten Stelle, liegen die Kosten zwischen rund 400 und 1000 €.

Wird die Eigenbluttherapie von der Krankenkasse übernommen?

Da es sich bei der Eigenbluttherapie gegen Augenringe um ein rein kosmetisches Verfahren handelt, werden die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch zur Schmerzbehandlung (z.B. Eigenbluttherapie bei Arthrose) müssen die Patienten die Kosten selbst übernehmen, da es sich um ein alternativmedizinisches Verfahren handelt, dessen Wirksamkeit nicht zweifelsfrei belegt ist.

Fazit: Lohnt sich die Eigenbluttherapie gegen Augenringe?

Wer auf der Suche nach einer risikoarmen minimalinvasiven Methode ist, um seine Augenringe loszuwerden, kann in der Eigenbluttherapie fündig werden. Das ursprünglich rein medizinische Verfahren gewinnt in der ästhetischen Medizin immer mehr an Bedeutung - insbesondere in Kombination mit anderen Verfahren wie zum Beispiel dem Microneedling. Vorteile sind vor allem die sehr gute Verträglichkeit und das natürliche Ergebnis. Dennoch ist anzumerken, dass operative Therapien einen besseren Erfolg erzielen. Auch preislich gesehen ist die Eigenbluttherapie aufgrund der aufwendigen Aufbereitung vergleichsweise teuer.


QUELLEN

  • Aust, M., Pototschnig, H., Jamchi, S. & Busch, K.-H. (2018). Platelet-rich Plasma for Skin Rejuvenation and Treatment of Actinic Elastosis in the Lower Eyelid Area. Cureus, 10(7). DOI: 10.7759/cureus.2999
  • Starostzik, C. (2019). Plättchenreiches Plasma: Mit körpereigenen Ressourcen zu einem besseren Hautbild. Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, 11(1), 12-15. DOI: 10.1007/s12634-018-0004-5
  • Aust, M., Jamchi, S. A. & Busch, K.-H. (2016). Platelet-rich-Plasma: Eine sichere Behandlungsmethode für alternde Haut am Unterlid. Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, 8(5), 22-25. DOI: 10.1007/s12634-016-5340-8.
  • Gröne, D. H. (2016). Warum “platelet-rich plasma”?: “In der Ästhetik wird PRP zur Geweberegeneration eingesetzt”. Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, 8(1), 25-26. DOI: 10.1007/s12634-016-5199-8
  • Sauer, H. (2001). Eigenbluttherapie, Sauerstoff- und Ozontherapie. In: Karin Kraft, Rainer Stange (Hrsg.). Lehrbuch Naturheilverfahren. Springer: Stuttgart.