Augenlidstraffung: Methoden, Kosten und Erfahrungen

Augenlidstraffung: Methoden, Kosten & Erfahrungen

Redaktion, 21. JANUAR 2021

Augenlidstraffung

Die Augenlidstraffung gehört zu den häufigsten Eingriffen. Lohnt sie sich?

An der zarten Augenpartie macht sich das Alter eines Menschen früh und deutlich bemerkbar. Schlupflider verkleinern die Augen und lassen den Blick müde wirken. Auch geschwollene Tränensäcke sorgen für ein gealtertes Erscheinungsbild, besonders im Zusammenspiel mit blauen Augenringen. Die operative Augenlidstraffung gehört zu den häufigsten kosmetischen Eingriffen im Gesicht und kann für ein deutlich verjüngtes Äußeres und einen freundlichen Gesichtsausdruck sorgen. Wir beantworten in diesem Artikel die wichtigsten Fragen zur Augenlidstraffung: Welche Möglichkeiten gibt es, was kostet sie und mit welchen Risiken ist die Lidstraffung verbunden? Wie sehen die Erfahrungen im Netz aus?

Welche Ursachen haben Schlupflider und Tränensäcke?

Schlupflider kennzeichnen sich durch das Herabsinken der Haut oberhalb des beweglichen Augenlids. Die Haut in dem Bereich ist unüblich schlaff, weshalb der Überschuss das bewegliche Lid verdeckt. Ursächlich für die Entstehung von Schlupflidern, die umgangssprachlich auch als Hängelider bezeichnet werden, sind insbesondere die Genetik sowie der natürliche Hautalterungsprozess. Grundsätzlich kann jeder Mensch im Laufe seines Lebens Schlupflider entwickeln, auch wenn die Problematik oft schon in jungen Jahren auftritt. Die Haut verliert im Laufe des Lebens an Elastizität und Spannkraft, was sich besonders im Augenbereich früh bemerkbar macht. Das hat zur Folge, dass sich das Gewebe oberhalb der Augen absenkt und die Lider von der überschüssigen Haut verdeckt werden. Wird die vorzeitige Hautalterung durch Einflussfaktoren wie UV-Strahlung, Nikotin- und Alkoholkonsum oder Schlafmangel gefördert, entstehen auch Schlupflider früher als es die individuelle Veranlagung bestimmt hätte.


Auch die Tränensäcke sind oft das Resultat der natürlichen Hautalterung. Durch den Verlust von Kollagen, Elastin und Hyaluron im Bindegewebe erschlafft die Haut und sinkt ein. Auch das Fett- und Muskelgewebe erschlafft, wodurch die Schwellungen unter den Augen sichtbar hervortreten. Es bildet sich eine hängende Hautfalte, die oft permanent sichtbar ist und sich auch nicht von alleine zurückbildet. Neben der Hautalterung spielen bei der Entstehung von Tränensäcken auch die genetische Veranlagung, ein gestörter Lymphfluss, Allergien und Erkrankungen eine Rolle. Besonders, wenn die geschwollenen Tränensäcke plötzlich auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam.

Unser Tipp bei Schlupflidern

Unser Tipp bei Schlupflidern 

Was ist eine Augenlidstraffung?

Bei der Augenlidstraffung, medizinisch auch: Blepharoplastik, handelt es sich um einen gängigen Eingriff der plastischen Chirurgie. Die Straffungsoperationen der Ober- und Unterlide zählen zu den häufigsten Schönheitsoperationen im Gesicht. Sowohl hängende Oberlider (Schlupflid), als auch schlaffe Tränensäcke unterhalb der Augen lassen sich durch die Operation entfernen. Das Aussehen soll auf diese Weise verjüngt werden.

Wenn vorbeugende Maßnahmen oder minimalinvasive Eingriffe wie die Unterspritzung mit Hyaluronsäure oder eine Laserbehandlung keinen zufriedenstellenden Erfolg zeigen, kann die Lidstraffung eine nachhaltige Verbesserung bewirken. Das Ergebnis der Korrektur bleibt hier für mindestens 10 Jahre erhalten.

Für wen eignet sich die Augenlidstraffung?

Sind die Schlupflider oder Tränensäcke bereits sehr stark ausgeprägt und lassen sich mit anderweitigen Behandlungsmethoden nicht verringern, kommt für gewöhnlich die operative Lidstraffung zum Einsatz. Die Betroffenen lassen den Eingriff hauptsächlich aus optischen Gründen durchführen. Nur selten kommt es durch die überschüssige Haut zu einer Einschränkung des Blickfeldes, auch wenn die Operation bei einer erheblichen Beeinträchtigung immer sinnvoll ist.

Grundlegend kann eine Lidstraffung bei folgenden Symptomen durchgeführt werden:

  • herabsinkende Oberlider (Schlupflider)
  • geschwollene Tränensäcke
  • hängende Augenbrauen
  • kleine und müde wirkende Augen

Welche Faktoren sprechen gegen eine Augenlidstraffung?

Zu den Kontraindikationen, bei denen die Augenlidkorrektur womöglich nicht durchgeführt werden sollte, zählen:

  • Funktionsstörung des Tränenapparates
  • Blutgerinnungsstörungen / Einnahme von Blutverdünnern
  • Bluthochdruck
  • Blutgefäßverkalkung
  • Diabetes
  • Rheuma

Auch die Einnahme von Psychopharmaka und / oder Immunsuppressiva können gegen eine Operation sprechen. Gleiches gilt für gesundheitliche Vorbelastungen wie z.B. chronisch trockene Augen oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das Aufklärungsgespräch mit dem Chirurg ist hier besonders wichtig.

Was kostet eine Augenlidstraffung?

Mit welchen Kosten bei der Augenlidstraffung zu rechnen sind, hängt in erster Linie von der durchgeführten Operation und deren Umfang ab. Die Kosten einer Oberlidstraffung liegen im Bereich von etwa 2000 Euro, gleiches gilt für die Straffung am Unterlid. Oftmals werden bei der Lidstraffung zusätzlich auch die Augenbrauen optisch angehoben oder weitere kleine Korrekturen vorgenommen. In diesem Fall sind die Kosten erheblich höher.

Die genauen Preise werden im Anschluss an die Beratung vom jeweiligen Arzt in einem Kostenvoranschlag festgehalten. Dort werden auch die Kosten für die Nachsorge berücksichtigt. Vereinzelt verlangen Kliniken auch für das Beratungsgespräch eine Zahlung.

Dennoch ist hervorzuheben, dass die Wahl des Arztes bzw. der Ärztin eine größere Rolle spielen sollte als die entstehenden Behandlungskosten. Schließlich können bei Operationen immer Komplikationen auftreten, auch Fehleingriffe sind im Gesicht besonders dramatisch. Bei einer Schlupflider-OP lohnt es sich nicht, an den Kosten zu sparen.
Diese Meinung bestätigt sich auch in der Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). Vor allem der Expertenstatus und der Ruf sind für die Patienten von großer Bedeutung.

Werden die Augenlidstraffung Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Die Augenlidstraffung, sei es Ober- oder Unterlid, ist in der Regel ein rein ästhetischer Eingriff. Die Kosten für eine Lidkorrektur werden von der Krankenkasse nur übernommen, wenn es sich um eine medizinisch notwendige Operation handelt. Behandlungskosten reiner Schönheitsoperationen werden von den Krankenkassen nicht übernommen und müssen vom Patienten selbst gezahlt werden.

Ist die Sicht bzw. das Blickfeld beispielsweise durch die herabhängenden Augenlider stark eingeschränkt, kann eine Operation der Schlupflider aus medizinischer Sicht notwendig sein. In diesem Fall muss ein Befund des Augenarztes vorliegen, damit die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Eine Garantie, dass die Kosten der Lidstraffung tatsächlich von der Krankenkasse getragen werden, gibt es jedoch nicht.

Wie wird die Augenlidstraffung durchgeführt?

Die Augenlidkorrektur besteht im Wesentlichen aus drei Schritten: Voruntersuchung / Vorbesprechung, Operative Durchführung der Lidstraffung & Nachsorge.

Voruntersuchung / Vorbesprechung

Noch vor dem eigentlichen Eingriff erfolgt eine Untersuchung beim Augenarzt. Dieser kontrolliert die Sehstärke, das Gesichtsfeld und den Augeninnendruck.

Außerdem erfolgt eine ausführliche Vorbesprechung, in der die Behandlungswünsche besprochen und mit den zu erwartenden Ergebnissen abgeglichen werden. Auch mögliche Risiken und Komplikationen sollten vor der OP besprochen werden. Ebenso wird der Vorgang des Eingriffs durch den Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie erklärt und eventuelle Fragen beantwortet. Die Beratung sollte sich immer nach dem individuellen Wunsch des Patienten richten und jegliche Details abklären.

Operative Durchführung der Lidstraffung

Die Straffung der Augenlider kann unter lokaler Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose erfolgen. Die Art der Betäubung wird ebenfalls im Vorgespräch beschlossen. Die Operation dauert etwa ein bis zwei Stunden, je nach Umfang. Es ist möglich, in einer Sitzung sowohl das Unterlid als auch das Oberlid zu straffen. Dabei kann der Eingriff sowohl von einem Facharzt für plastische Chirurgie als auch einem Augenchirurgen durchgeführt werden. Wie erwähnt kann die Wunschbehandlung auch durch eine Augenbrauenstraffung ergänzt werden, die die Augen und den Blick dadurch optisch noch weiter öffnet.

Oberlidstraffung

Bei der Oberlidstraffung werden die hängenden Oberlider korrigiert. Dabei kann die Schlupflider-OP mit oder ohne Entnahme von Fettgewebe erfolgen. Bei leicht ausgeprägten Schlupflidern reicht es oft schon aus, die überschüssige Haut am oberen Augenlid mithilfe eines halbmondförmigen Schnittes zu entfernen. Hingegen wird bei stark ausgeprägten Schlupflidern meist auch Fett- und Muskelgewebe abgetragen. Die Narbe befindet sich in der natürlichen Lidfalte, sodass sie nach der Heilung kaum sichtbar ist.

Unterlidstraffung

Bei der Oberlidstraffung werden die hängenden Oberlider korrigiert. Dabei kann die Schlupflider-OP mit oder ohne Entnahme von Fettgewebe erfolgen. Bei leicht ausgeprägten Schlupflidern reicht es oft schon aus, die überschüssige Haut am oberen Augenlid mithilfe eines halbmondförmigen Schnittes zu entfernen. Hingegen wird bei stark ausgeprägten Schlupflidern meist auch Fett- und Muskelgewebe abgetragen. Die Narbe befindet sich in der natürlichen Lidfalte, sodass sie nach der Heilung kaum sichtbar ist.

Nachsorge

Der Patient sollte nach dem operativen Eingriff auf ein paar grundlegende Dinge achten. In den ersten 2 bis 3 Tagen sollte der Kopf möglichst leicht erhöht gelagert und die Augen gekühlt werden. Entweder erhält man hierfür vom behandelnden Arzt eine Kühllösung oder aber kann auf eine Kühlbrille zurückgreifen. Diese sollte aber bestenfalls nicht im Gefrierfach, sondern nur im Kühlschrank gelagert werden.

Auch wenn man keine Schmerzen verspüren sollte, sollte man sich in der ersten Woche nach dem Eingriff etwas schonen und auf das Fernsehen oder Arbeiten am Computer verzichten. Gleiches gilt für körperliche Anstrengungen.
Die Nähte werden meistens nach ca. 7 Tagen entfernt.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Lidstraffung?

Mögliche Schwellungen oder Blutergüsse bilden sich meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen zurück. Dieser Heilungsprozess ist individuell unterschiedlich. In der Regel ist man etwa eine Woche lang nicht gesellschaftsfähig. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, ist die Kühlung in der ersten Woche nicht zu vernachlässigen. Nachdem die Fäden entfernt wurden, kann auch eine Narbenmassage oder Lymphdrainage die Heilung unterstützen.

Welche Risiken hat die Augenlidstraffung?

In den ersten Tagen nach der Behandlung sind Schwellungen und Blutergüsse an den Augenlidern nicht unüblich. Auch Nachblutungen können durch Verletzungen von Blutgefäßen entstehen, diese sollten durch einen Arzt medizinisch versorgt werden. Außerdem können die Augen schnell ermüden. Sowohl eine verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit sowie gereizte Augen nach der Augenlidstraffung ist nicht unüblich und reguliert sich mit der Zeit selbstständig.
Wer bei der Nachsorge gründlich ist, kann das Auftreten dieser Begleiterscheinungen verringern bzw. schneller abklingen lassen.

Grundsätzlich ist die Augenlidstraffung ein risikoarmer Eingriff, insofern er von einem qualifizierten Chirurg für plastische und ästhetische Chirurgie oder Augenchirurg mit ausreichend Erfahrung durchgeführt wird. Kommt es jedoch zu einer Überkorrektur der Augenpartie kann sich das nicht nur negativ auf das Erscheinungsbild auswirken. Auch Einschränkungen des Lidschlusses sind möglich. Eine Überkorrektur lässt sich durch eine nachträgliche Operation wiederum korrigieren.

Augenlidstraffung: Erfahrungen von Patient*innen

Der Stiftung Warentest zufolge sind viele mit ihrem Ergebnis nach der Gesichts-OP zufrieden. Die Augen wirken größer, der Gesichtsausdruck insgesamt erscheint klarer und schöner. Dieses Meinungsbild spiegelt auch das aus zahlreichen Foren wider. Vereinzelt gibt es auch Erfahrungsberichte, die auf schwere Nachwirkungen eingehen und von verpfuschten Operationen sprechen. Daher ist eine ausführliche Recherche vor der Wahl einer Klinik äußerst wichtig.

Augenlidstraffung: Fachärzte & Kliniken in Ihrer Nähe

Wie bereits erwähnt sollte für ästhetische Operationen im Gesicht ein kompetenter und vertrauenswürdiger Arzt ausgewählt werden. Davon ist vor allem ein natürliches und zufriedenstellendes Ergebnis abhängig. Auch das Risiko für Begleiterscheinungen oder sogar bleibende Schäden lässt sich so verringern. Am besten eignen sich Chirurgen, die schon viel Erfahrungen mit der Blepharoplastik haben. Das erkennt man beispielsweise an der Facharztausbildung für ästhetische und plastische Chirurgie und einer zusätzlichen Spezialisierung im Bereich Gesichtschirurgie.

Häufig sind Spezialisten auch Mitglieder von Gesellschaften wie z.B. der DGÄPC oder der Vereinigung deutscher ästhetischer Chirurgen. Diese Mitgliedschaften geben einen Hinweis auf die Qualität der Ärzte oder Kliniken, da diese Gesellschaften hohe Qualitätsansprüche sicherstellen.

Auch der persönliche Kontakt spielt bei der Wahl des Chirurgs eine wichtige Rolle. Es sollte sich genug Zeit genommen werden, um auf individuelle Wünsche und eventuelle Sorgen einzugehen. Hierfür sollten bestenfalls alle möglichen Fragen des Patienten zufriedenstellend beantwortet werden. Im Zweifel hilft es, mehrere Kliniken aufzusuchen und sich ausführlich beraten zu lassen.


QUELLEN

  • Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. (2019, 12. Februar). Augenlidstraffung. https://www.dgpraec.de/patienten/op-infos/augenlidstraffung/
  • Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie. (2020). DGÄPC-STATISTIK 2019-2020: Zahlen, Fakten und Trends der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. https://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2020/09/DGA%CC%88PC_Statistik-2019-2020_101120.pdf
  • Podmelle, F. & Westermann, U. (2015). Blepharoplastik. In H.-R. Metelmann & S. Hammes (Hrsg.), Lasermedizin in der Ästhetischen Chirurgie (S.147-151). Springer. DOI: 10.1007/978-3-642-34936-2