Gerstenkorn am Augenlid: Tipps zur Behandlung und Vorbeugung

Gerstenkorn am Augenlid: Tipps zur Behandlung und Vorbeugung

Redaktion, 19. März 2025

Gerstenkorn am Augenlid Behandlung

Gerstenkörner sind unabhängig von Alter und Geschlecht keine Seltenheit. 

Die Augen sind bereits seit einiger Zeit gereizt oder gerötet und man spürt eine immer größer werdende Schwellung am Augenlid. Schließlich bildet sich in der Mitte dieser Schwellung eine gelber Punkt aus Eiter und da ist es - ein Gerstenkorn. Diese Augenerkrankung kommt nicht selten vor und ist für die Betroffenen in vielerlei Hinsicht unangenehm. Wie wird man ein Gerstenkorn möglichst schnell wieder los und was kann man machen, damit es nicht erneut auftritt? Das beantworten wir im folgenden Artikel.

FORSCHUNG

Schwellungen am Auge? Dieses Hausmittel hilft

Dauerhafte Augenringe sind für die betroffenen Männer und Frauen oft eine große Belastung. Sie lassen uns müde, krank und auch älter aussehen. Sie wieder loszuwerden, ist manchmal gar nicht so einfach. Doch besonders ein Hausmittel verspricht Erfolg gegen die dunklen Schatten unter den Augen.

Was ist ein Gerstenkorn?

Das Auge juckt, schmerzt und die Schwellung am Augenlid wird immer größer. Bei diesen Symptomen ist die Bildung eines Gerstenkorns die absehbare Folge. Doch was genau ist ein Gerstenkorn?


Beim Gerstenkorn (Hordeolum) handelt es sich um eine schmerzhafte Augenlidentzündung, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Auf dem Augenlid sitzen viele kleine Schweiß- und Talgdrüsen. Entzündet sich eine davon, kann sich dort sowohl innen als auch außen am Lidrand ein Gerstenkorn bilden. Hauptsächlich sind davon die talgproduzierenden Meibom-Drüsen betroffen. Typischerweise zeigt sich ein Gerstenkorn als gerötete, geschwollene Erhebung, die mit Eiter gefüllt sein kann und das Auge empfindlich auf Druck reagieren lässt. Menschen jeglicher Altersgruppe und Geschlecht sind gleich häufig von diesem Infekt betroffen. 

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Wie entsteht ein Gerstenkorn am Augenlid?

Ein Gerstenkorn am Auge hat immer eine bakterielle Ursache. Meistens sind Staphylokokken, die natürlicherweise auf unserer Haut vorkommen, dafür verantwortlich, indem sie ins Auge gelangen. Die Infektion am Lid entsteht durch eine Verstopfung aufgrund von Talg und Sekret an der betroffenen Drüse, wodurch sich die Bakterien vermehren und eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Dies führt zu einer schmerzhaften Schwellung, Rötung und manchmal auch zur Eiterbildung.


Wie die Bakterien ins Auge gelangen, kann über verschiedene Wege geschehen und auch andere Faktoren beeinflussen das Risiko einer solchen Entzündung.


  • Augenreiben mit ungewaschenen Fingern: Durch mangelnde Hygiene können Bakterien leicht ins Auge gelangen und die Drüsen am Lidrand verstopfen. Häufiges Reiben erhöht das Risiko einer Infektion.

  • Kontaktlinsen: Unsachgemäße Handhabung oder mangelnde Reinigung der Linsen kann Bakterien ins Auge bringen und die Entstehung eines Gerstenkorns begünstigen.

  • Make-up: Abgelaufenes oder nicht gründlich entferntes Make-up kann die Drüsen am Lidrand verstopfen und damit die Infektion fördern.

  • Erkrankungen: Menschen mit Diabetes oder Hauterkrankungen wie Rosacea haben ein erhöhtes Risiko für Augenentzündungen, da ihr Immunsystem oder ihre Hautbarriere geschwächt sein kann.

  • Geschwächtes Immunsystem: Ein durch Stress oder Erkrankungen geschwächtes Immunsystem kann die Abwehrkräfte der Haut reduzieren, sodass Bakterien leichter Entzündungen verursachen können.

Wie wird man ein Gerstenkorn wieder los? 

Es sieht nicht nur unschön aus, sondern fühlt sich auch unangenehm an. Daher möchte man ein Gerstenkorn so schnell wie möglich wieder loswerden, um wieder schöne Augen zu haben, die nicht schmerzen.


Ein Gerstenkorn heilt in den meisten Fällen von selbst innerhalb weniger Tage bis Wochen. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, können Augensalben oder -tropfen mit antibiotischen Wirkstoffen von einem Augenarzt verschrieben werden, die die verantwortlichen Bakterien bekämpfen. In hartnäckigen Fällen kann ein Arzt das Gerstenkorn vorsichtig eröffnen, um den Eiter kontrolliert abfließen zu lassen.


Wichtig ist, das Gerstenkorn nicht auszudrücken oder daran zu reiben, da sich die Infektion sonst ausbreiten oder auf andere übertragen werden kann. Wer regelmäßig unter Gerstenkörnern leidet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen – etwa ein geschwächtes Immunsystem oder eine Talgdrüsenüberfunktion können dahinter stecken.

Welche Hausmittel helfen gegen ein Gerstenkorn?

Vielen ist es unangenehm, bei jeder Kleinigkeit direkt zum Arzt zu gehen. Gleichzeitig möchte man auch nicht wochenlang auf eine Besserung warten, wenn ein Gerstenkorn aufkommt. Von zuhause aus können Hausmittel den Heilungsprozess eines Gerstenkorns fördern und Beschwerden lindern. Allerdings ist Vorsicht geboten: Hausmittel, die mit Feuchtigkeit arbeiten – wie Teebeutel oder feuchte Kompressen – können die Bakterienvermehrung begünstigen und die Entzündung verschlimmern. Daher sollten sie nur mit äußerster Hygiene angewendet werden.

Wärme gegen Gerstenkörner

Laut Medizinern ist Wärme eines der effektivsten Mittel, um ein Gerstenkorn schneller abheilen zu lassen. Sie regt die Durchblutung an, fördert das Aufweichen der verstopften Drüsen und erleichtert das Abfließen von Eiter.


  • Rotlichtlampe: Die gezielte Anwendung von Rotlicht auf das betroffene Augenlid kann helfen, die Entzündung zu reduzieren. Dafür sollte die Lampe mit einem Abstand von etwa 30 - 50 cm für 5 Minuten auf das geschlossene Auge gerichtet werden. Aufgrund der trockenen Wärme ist diese Methode zu bevorzugen. 

  • Warme Kompressen: Ein sauberes, warmes Tuch (trocken oder leicht angefeuchtet) kann ebenfalls helfen. Es sollte mehrmals täglich für einige Minuten auf das geschlossene Lid gelegt werden. Dabei ist wichtig, dass das Tuch nicht zu feucht ist, um eine zusätzliche Bakterienvermehrung zu vermeiden.

Kamillenteebeutel gegen Gerstenkörner

Kamillentee hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird häufig als Hausmittel empfohlen. Ein lauwarmer, feuchter Kamillenteebeutel kann auf das geschlossene Auge gelegt werden. Allerdings kann Kamille auch allergische Reaktionen hervorrufen oder die Schleimhäute reizen. Zudem besteht das Risiko, dass sich durch die Feuchtigkeit Keime weiter verbreiten. Daher ist diese Methode nicht für jeden geeignet.

Schwarztee-Kompressen gegen Gerstenkörner

Schwarztee enthält Gerbstoffe (Tannine), die antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Ein abgekühlter Teebeutel kann vorsichtig auf das Augenlid gelegt werden. Auch hier gilt: Nur kurz anwenden und keine feuchten Kompressen stundenlang auf dem Auge lassen, um eine Verschlimmerung zu vermeiden.

Augentrost (Euphrasia) gegen Gerstenkörner

Augentrost ist ein bewährtes pflanzliches Mittel zur Linderung von Augenreizungen. Er ist in Form von Tropfen oder als Teeaufguss erhältlich. Die entzündungshemmende Wirkung kann helfen, Schwellungen zu reduzieren. Fertige Euphrasia-Tropfen aus der Apotheke sind oft die sicherere Wahl als selbstgemachte Aufgüsse, da sie steril sind und keine zusätzlichen Bakterien ins Auge bringen.

Was tun, wenn sich das Gerstenkorn innen am Lid befindet?

Ein Gerstenkorn kann entweder außen an der Lidkante oder innen am Augenlid entstehen. Macht es einen Unterschied, ob sich das Gerstenkorn an der Innenseite oder am Rand des Augenlids befindet?


Während ein äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum) meist schnell sichtbar ist und an den Haarfollikeln der Wimpern entsteht, sitzt ein inneres Gerstenkorn (Hordeolum internum) tiefer im Gewebe. Es bildet sich an den Meibom-Drüsen auf der Innenseite des Lids, was es oft schmerzhafter macht und dazu führt, dass es länger zum Abheilen braucht. Die Behandlung ähnelt der eines äußeren Gerstenkorns, erfordert aber besondere Vorsicht, um das innere der Augen nicht zu verletzen.

Wie beugt man Gerstenkörnern vor?

Wer schon das ein oder andere Mal ein Gerstenkorn am Auge hatte, weiß dass man auf ein weiteres Mal lieber verzichten würde. Eine garantierte Lösung, die das erneute Aufkommen verhindert, gibt es nicht. Man kann jedoch auf gewisse Faktoren im Alltag achten, um das Risiko möglichst gering zu halten.


Eine gute Hygiene spielt eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Gerstenkörnern. Regelmäßiges Händewaschen hilft dabei, Bakterien zu vermeiden. Das gilt vor allem vor dem Berühren der Augen mit den Fingern. Bei der Verwendung von Kontaktlinsen ist es wichtig, diese stets gründlich zu reinigen und niemals mit ungewaschenen Händen einzusetzen. Auch Make-up sollte nicht mit anderen Personen geteilt werden. Es ist entscheidend, es abends gründlich zu entfernen, um Bakterienansammlungen zu vermeiden. Ein weiterer präventiver Faktor ist die Stärkung des Immunsystems, da Stress und andere Belastungen das körperliche Abwehrsystem schwächen können. Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Entspannung fördern die Immunabwehr und verringern das Risiko für Entzündungen wie Gerstenkörner. Diese einfachen Maßnahmen können helfen, das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Fazit

Gerstenkörner können echt lästig sein - besonders dann, wenn sie immer und immer wieder kommen oder für eine lange Zeit bestehen bleiben. Bei der Augenlidentzündung ist Geduld und Durchhaltevermögen gefragt, denn meist verschwindet die Schwellung nach ein paar Tagen von selbst wieder. Dabei heißt es bloß nicht ungeduldig werden und versuchen, das Gerstenkorn auszudrücken o.Ä. Lieber hilft man sich mit einer Rotlichtlampe oder Hausmitteln aus, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. In hartnäckigen Fällen ist die Meinung eines Augenarztes gefragt.


QUELLEN

  • A. Gordon, D. J. Danek, P. O. Phelps: Common inflammatory and infectious conditions of the eyelid; Oktober 2020; PMID: 32622681 DOI: 10.1016/j.disamonth.2020.101042

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Autor

Simon Engelhardt

Simon ist ein begeisterter Sportler, der sich intensiv mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Fitness auseinandersetzt. Durch seine berufliche Erfahrung und sein privates Engagement hat er in diesen Bereichen fundiertes Wissen erworben. Dieses Wissen teilt er in Form von Blogbeiträgen, die auf seiner langjährigen Expertise basieren. Seine Hauptaufgabe liegt in der Erstellung sorgfältig recherchierter Artikel, die durch ergänzende Social-Media-Inhalte unterstützt werden. Dabei orientiert er sich stets an den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sorgt für regelmäßige Updates seiner Beiträge.

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