Rote Augen: Das sagen sie über die Psyche aus!

NATALJA FELSING

27. AUGUST, 2021

Rote Augen: Das sagen sie über die Psyche aus!

Rot unterlaufene Augen erscheinen auf den ersten Blick besorgniserregend, doch meist sind die Auslöser harmlos. Sie erwecken einen müden und kränklichen Eindruck und sind daher ungern gesehen. Häufig treten die geplatzten Äderchen nach einer schlaflosen Nacht auf, doch auch Erkrankungen können für eine gerötete Bindehaut sorgen. Nicht immer sind diese körperlicher Natur.

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Rote Augen sind nicht nur das Ergebnis von Schlafmangel - auch psychische Faktoren spielen eine Rolle.

Was sind die Ursachen für rote Augen?

Gerötete Augen treten relativ häufig auf und meist sind es äußere Einflüsse, die für eine Reizung der Augen sorgen. Dabei weiten sich die Blutgefäße im Augenweiß und treten zum Teil sichtbar hervor. Das erweckt den Eindruck von rot unterlaufenen Augen. Die häufigsten externen Faktoren sind:

  • lange Bildschirmarbeit, durch die die Augen stark beansprucht und damit überreizt werden
  • trockene und/oder klimatisierte Umgebungsluft, die den Tränenfilm auf dem Auge schneller austrocknen lässt und dadurch das Auge reizt
  • Staub, Rauch, Zigarettenqualm, die das Auge reizen und Entzündungsreaktionen hervorrufen können
  • Schlafmangel, denn die Augen reduzieren bei Müdigkeit die Produktion von Tränenflüssigkeit und das Auge trocknet aus
  • Kosmetikprodukte mit reizenden Inhaltsstoffen wie z.B. Duftstoffen, die leicht ins Auge gelangen und dort Juckreiz und Rötungen auslösen
  • Kontaktlinsen, die den Augapfel abschirmen und dem Auge Tränenflüssigkeit entziehen und so eine unangenehme Trockenheit und Reibung verursachen
  • Sonnenstrahlen bzw. UV-Strahlung, die das Auge austrocknen und überreizen
  • gechlortes Wasser z.B. im Schwimmbad, das Verunreinigungen enthält und so die Bindehäute der Augen belastet

In den meisten Fällen entstehen gerötete Augen durch äußere Einflüssen, die leicht zu vermeiden sind. Grundsätzlich klingen die Symptome wie Rötungen, Juckreiz und ein Fremdkörpergefühl nach wenigen Stunden wieder ab. Ist das nicht der Fall, können auch ernstzunehmende Erkrankungen die Ursache für rot unterlaufene Augen sein, wie z.B.:
  • Bindehautentzündung als Symptom eines grippalen Infekts oder einer bakteriellen Infektion, wodurch die Bindehaut anschwillt, gerötet ist und Sekret absondert
  • Allergien, bei denen rote, geschwollene und tränende Augen ein typisches Anzeichen sind wie z.B. bei Heuschnupfen oder einer Tierhaarallergie
  • Neurodermitis, wo sich die Rötung und starker Juckreiz sowohl um das Auge herum als auch im Auge selbst zeigen
  • Hornhautentzündung, die meist durch bakterielle Infektionen ausgelöst wird und neben Rötungen, Schwellungen und Schmerzen auch mit einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung einhergehen kann
  • Glaukome bzw. Grüner Star, oft begleitet von Augen- und Kopfschmerzen wenn es sich um einen bedrohlichen Glaukom-Anfall handelt
  • Entzündungen einzelner Bestandteile des Augapfels wie z.B. der Lederhaut oder der mittleren Augenhaut


Welche Rolle spielt die Psyche bei roten Augen?

Wenn die Augen rot unterlaufen sind, denken die meisten zunächst an Schlafmangel, Allergien oder eine Bindehautentzündung. Allerdings können gerötete Augen auch psychischer Natur sein. Eine besonders große Rolle spielt dabei Stress.


Stress ist für viele Menschen ein täglicher Begleiter und verursacht negative Empfindungen. Ob Zeitdruck, Leistungsdruck oder emotionaler Stress - dauerhafter Stress schlägt nicht nur auf die Psyche, sondern hat auch gravierende körperliche Auswirkungen.

Steht ein Mensch unter Stress, schüttet der Körper die Stresshormone Cortisol und Adrenalin aus, die den Körper in einen Spannungszustand versetzen. Die Hormone sorgen dafür, dass den wichtigsten Organen Energie bereitgestellt wird. Die Atmung wird schneller, die Gefäße verengen sich und der Blutdruck steigt an.


Während dieser Vorgang evolutionär betrachtet das Überleben der Urmenschen sicherte, sind heutzutage die wenigsten Stresssituationen lebensbedrohlich. Die Wirkung auf den Körper bleibt jedoch gleich. Ein anhaltendes Stressempfinden sorgt dafür, dass die Konzentration an Stresshormonen dauerhaft erhöht ist. Infolgedessen ist das Risiko für chronischen Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Ist der Blutdruck zu hoch, zeigt sich das häufig mit geröteten Augen verursacht durch Schwellungen oder geplatzten Äderchen. Zudem wirkt sich Stress negativ auf das Schlafverhalten und auch auf das Immunsystem aus, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Augenringe und rote Augen durch Trockenheit oder Infektionen steigt.

Welche Hausmittel helfen bei roten Augen?

Sind die Augen einmal gerötet, verschwinden sie von selbst auch wieder. Je nach Ursache dauert es meist nur wenige Stunden bis Tage und eine Behandlung ist nicht erforderlich. Sollen die rot unterlaufenen Augen jedoch einmal schnell beseitigt werden, können Hausmittel Abhilfe schaffen.


Kalte Kompressen oder Eiswürfel auf den Augen helfen dabei, Juckreiz, Schwellungen und Rötungen zu lindern, Sie verengen die Blutgefäße, wodurch diese weniger stark im Auge sichtbar werden. Um Erfrierungen zu vermeiden, sollten diese stets in ein Tuch und niemals direkt auf die Haut gelegt werden.


Wer kälteempfindlich ist, kann es auch mit warmen Kompressen versuchen. Dafür wird ein Tuch in warmes Wasser getränkt und auf die Augen gelegt. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, damit keine Verbrennungen entstehen. Die Wärme regt den Blutfluss und den Stoffwechsel an. Eine sanfte Massage um die Augen hilft zudem, die Talgproduktion am Auge anzuregen und so das Auge zu befeuchten und zu schützen.


Ein weiteres Hausmittel bei geröteten Augen sind Gurken. Direkt aus dem Kühlschrank lindern sie Schwellungen und Juckreiz und damit auch Rötungen. Die Gurke kann entweder in Scheiben oder püriert als getränktes Wattepad auf die Augen gelegt werden.


Feuchtigkeitsspendende Augentropfen mit Hyaluron helfen bei trockenen Augen nach einer schlaflosen Nacht oder einem langen Tag vor dem Bildschirm. Diese befeuchten das Auge und ersetzen kurzzeitig die fehlende Tränenflüssigkeit. Dadurch klingen Rötungen und das Gefühl müder Augen ab. Von hausgemachten Alternativen wie Kamillentee-Spülungen raten wir ab, da die enthaltenen Schwebstoffe Entzündungen hervorrufen können.

Wie können rote Augen vorgebeugt werden?

Damit rote Augen gar nicht erst entstehen, kann man selbst Maßnahmen ergreifen - vorausgesetzt der Rötung liegt keiner Erkrankung zugrunde.


Wichtig ist ausreichend Schlaf, ca. 7-8 Stunden pro Tag. Zusätzlich dazu kann Luftbefeuchter dabei helfen, in klimatisierten oder beheizten Räumen für eine angenehme Luftfeuchte zu sorgen. Das verbessert die Luftqualität und wirkt sich nicht nur positiv auf die Bindehaut, sondern auf sämtliche Schleimhäute aus.


Wer viel vor dem Bildschirm arbeitet, neigt oft zu roten Augen. Aus diesem Grund sollten im Laufe des Tages öfter kurze Bildschirmpausen eingelegt werden oder die Augen für einige Sekunden geschlossen werden.


Kontaktlinsenträger sollten unbedingt darauf achten, die Kontaktlinsen gründlich zu reinigen und nicht über empfohlene Tragedauer hinaus zu tragen. Es gibt zudem spezielle Kontaktlinsen für Menschen, die zu trockenen und damit geröteten Augen neigen. Hilft das alles nichts, ist eine Brille die bessere Wahl.


Werden die roten Augen durch Kosmetika ausgelöst, sollte auf ihre Anwendung verzichtet werden bzw. nach einer Alternative gesucht werden. Das gilt sowohl für dekorative Kosmetik wie z.B. Kajalstifte und Wimperntusche, als auch für Pflegeprodukte wie Augen- und Gesichtscremes. Häufig sind es nämlich Duftstoffe, die das Auge reizen und eine Rötung verursachen. Eine duftstofffreie Alternative ist die Jasminsalbe.


QUELLEN

  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-192011/manchmal-harmlos-manchmal-notfall/. Abgerufen am 27.08.2021.
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-39-2017/alarmzeichen-rotes-auge. Abgerufen am 27.08.2021.
  • https://www.brodehl.de/selbsthifle-bei-augenerkrankungen/stress/. Abgerufen am 27.08.2021