Augenringe: Was tun?

LAURA LINDEMANN

19. Mai, 2021

Augenringe loswerden: Das hilft wirklich!

Vor allem nach kurzen Nächten machen sie sich deutlich bemerkbar: Augenringe. Die Müdigkeit ist einem dadurch ins Gesicht geschrieben. Dabei kann nicht nur Schlafmangel die lästigen Augenringe verursachen, sondern es können durchaus auch andere Ursachen dahinterstecken. Wir klären, woher die Augenringe kommen und wie man sie am besten wieder los wird. 

Inhaltsverzeichnis

  • Augenringe Ursache: Wie entstehen Augenringe?
  • Gibt es einen Unterschied zwischen Augenringen bei Frauen und bei Männern?
  • Augenringe behandeln: Was hilft wirklich?

Meist sind durch-scheinende Blutgefäße für die Augenringe verantwortlich. Auch eine Hyperpigmen-tierung kann für dunkle Schatten unter den Augen sorgen.

Augenringe Ursache: Wie entstehen Augenringe?

Die Haut ist im Augenbereich besonders sensibel und erheblich dünner als die meisten anderen Hautareale. Die Haut unter den Augen hat weniger Fettdepots, weshalb sie besonders zart und auch anfällig ist. Dunkle Verfärbungen in Form von Augenringen (Halonierung) machen sich hier schnell bemerkbar. Nur in seltenen Fällen steckt hinter den Augenringen eine Krankheit oder ein gesundheitliches Problem. Sie wirken sich nicht auf die Gesundheit aus und sind lediglich ein kosmetischer Makel. Unterschieden wird in Augenringe aufgrund durchscheinender Blutgefäße und aufgrund von Hyperpigmentierung.

Durchscheinende Blutgefäße

Augenringe sind häufig das Resultat von durchscheinenden Blutgefäßen. Wie erwähnt sind die Haut und das Unterhautfettgewebe im Augenbereich besonders dünn, weshalb die Blutgefäße sichtbar werden, wodurch dunkle Schatten entstehen. Die Transparenz der Haut variiert von Person zu Person. Der Hauttyp und die Dicke des Unterhautfettgewebes bestimmt, wie leicht die Blutgefäße durchscheinen können. Helle Hauttypen und schlanke Menschen neigen daher verstärkt zu Augenringen. Grundsätzlich ist die Transparenz genetisch veranlagt und nimmt im Alter zu.

Weitere Faktoren, die das Durchscheinen der Blutgefäße begünstigen sind:

  • Flüssigkeits- bzw. Sauerstoffmangel: Das Blut fließt langsamer und wird dunkler, wenn nicht genügend Sauerstoff enthalten ist. Dadurch scheint es deutlicher durch die Haut durch.
  • Mineral- und Nährstoffmangel: Der Mangel an Vitaminen und Nährstoffen fördert die Entstehung von Augenringen. Insbesondere, wenn die Augenringe dauerhaft sichtbar sind, steckt oft ein Eisenmangel dahinter.
  • Koffein-, Alkohol-, Nikotin- oder anderweitiger Drogenkonsum: Durch die Genussgifte wird die Durchblutung gestört und der Sauerstoffgehalt des Bluts verringert.
  • Schlafmangel: Der Haut fehlt die Zeit, sich zu regenerieren und der Sauerstoffgehalt im Blut nimmt ab.
  • Krankheiten: Dunkle, dauerhafte Augenringe können ein Hinweis auf beispielsweise Schilddrüsen- oder Nierenerkrankungen sein.  

Hyperpigmentierung der Haut

Eine weitere Ursache für Augenringe ist die Hyperpigmentierung. Die Melanine sind als Pigmente für die Farbgebung der Haut zuständig. Je mehr Melanin vorhanden ist, desto dunkler wirkt die Haut. Kommt es zu einer überschüssigen Melaninproduktion und es lagert sich in einzelnen Bereichen verhäuft Melanin an, spricht man von einer Hyperpigmentierung. Betrifft diese die Augenpartie, bilden sich meist grau-blaue Augenringe.

Ursachen für eine Hyperpigmentierung sind unter anderem:

  • UV-Strahlung: Ungeschütztes Sonnenbaden oder häufige Besuche im Solarium fördern eine Hyperpigmentierung.
  • Entzündungen der Haut: Beispielsweise Neurodermitis, Schnittwunden oder Akne können eine Entzündung auslösen, die die Pigmenteinlagerung verstärkt.
  • Medikamente
  • erbliche Veranlagung

Wie unterscheiden sich Augenringe bei Frauen von Augenringen bei Männern?

Männer können genauso Augenringe bekommen wie Frauen. Auch die Entstehung und Ursachen für Augenringe bei Männern unterscheiden sich nicht von denen bei Frauen. Ein vermeintlicher Unterschied besteht darin, dass Augenringe bei Männern eventuell mehr auffallen. Frauen überdecken die lästigen Schattierungen oft mit Make-Up, während Männer auf diese Maßnahme eher selten zurückgreifen. 

Bei der Behandlung ist es wichtig, die Ursache für die Augenringe zu kennen. Kosmetische Eingriffe sind effektiv, aber kostspielig. Bei Hausmitteln ist jedoch Vorsicht geboten.

Augenringe behandeln: Was hilft wirklich?


Die Behandlung der Augenringe richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Insbesondere dann, wenn die dunklen Verfärbungen dauerhaft sichtbar sind und nicht mehr verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.


In erster Linie hilft ein gesunder Lebensstil, damit Augenringe gar nicht erst entstehen. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollten häufig im Speiseplan zu finden sein, um den Körper mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen. Außerdem sollten Sie ausreichend Flüssigkeit (am besten in Form von Wasser oder zuckerfreien Tees) zu sich nehmen. Empfehlenswert ist eine Menge von mindestens 1,5 Litern täglich. So können Sie die optimale Wasser- und damit auch Sauerstoffversorgung im Blut gewährleisten. Ausreichend Schlaf und viel Bewegung gehört ebenso dazu wie die Vermeidung von Stress und der Verzicht auf schädigende Genussmittel wie Nikotin, Alkohol und Koffein.


Ist hingegen die Hyperpigmentierung der Grund für die dunklen Schatten, sollten Sie auf ausreichend Sonnenschutz achten und die Haut vor weiteren schädigenden Umwelteinflüssen schützen. Außerdem gibt es Medikamente, die die Produktion des Farbpigments Melanin hemmen. Hierbei handelt es sich um bleichende Stoffe, die die Augenringe aufhellen. Die Verwendung solcher Präparate sollte unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden, da sie manchmal starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Alternativ kann ein Hautarzt die Pigmentablagerung mithilfe von speziellen Lasern zerstören.


Bei beiden Ursachen besteht außerdem die Möglichkeit, die Augenringe unterspritzen zu lassen. Bei einer Unterspritzung der Augenringe wird dem Patienten Eigenfett zwischen die Haut und die darunter liegenden Blutgefäße gespritzt. Dadurch scheinen diese weniger stark durch. Hyaluronsäure kann ebenfalls zur Unterspritzung verwendet werden, die Eigenfettbehandlung wird in der Regel aber besser vertragen. Die Kosten für das Unterspritzen der Augenringe mit Hyaluron liegen bei etwa 400 bis 800 Euro, während eine Eigenfettunterspritzung etwa 1500 Euro kostet.

Hausmittel gegen Augenringe

Auch Hausmittel können vor allem eine kurzzeitige Linderung der Augenringe bewirken. Vorsicht: Nicht alle Methoden aus dem Netz sind zu empfehlen. Feuchte Teebeutel können die Augen beispielsweise zusätzlich reizen oder Allergien auslösen.


Ein kalter Löffel oder ein gekühlter, feuchter Waschlappen kann kurzzeitig helfen, besonders bei geschwollenen Augenringen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und sind dadurch weniger sichtbar. Auch die Schwellung geht durch die Kühlung zurück. Der Effekt ist aber nur von kurzer Dauer und nicht hilfreich, wenn die Hyperpigmentierung Ursache der Augenringe ist.


Mithilfe von sanften Klopfmassagen können Sie die Durchblutung im Augenbereich anregen. Das Blut wird besser abtransportiert und die Augenringe gehen zurück. Hierfür mit dem Ringfinger von der Nasenwurzel aus bis nach außen sanft klopfen. Das Ganze mehrfach wiederholen.


QUELLEN

  • Freitag, F.M. & Cestari, TF. (2007). What causes dark circles under the eyes? In: Journal of Cosmetic Dermatology. https://doi.org/10.1111/j.1473-2165.2007.00324.x
  • Neumann, E. (2013, 13. März). Erste Hilfe gegen tiefe Augenringe. Spiegel.de. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kosmetik-erste-hilfe-gegen-tiefe-augenringe-a-888670.html
  • Roh, M.R., Kim, T-K. Chung, K.Y. (2009). Treatment of infraorbital dark circles by autologous fat transplantation: a pilot study. British Journal of Dermatology, 160(5), 1022-1025. https://doi.org/10.1111/j.1365-2133.2009.09066.x
  • Vrcek, I., Ozgur, O., & Nakra, T. (2016). Infraorbital Dark Circles: A Review of the Pathogenesis, Evaluation and Treatment. Journal of cutaneous and aesthetic surgery, 9(2), 65–72. https://doi.org/10.4103/0974-2077.184046